Herren I – Volleyballspektakel mit bitterem Beigeschmack

14:16, der finale Spielstand im entscheidenden Tie-Break nach 122 Spielminuten deuten direkt auf ein wahres Volleyballspekatel hin. An diesem sonnigen Sonntagnachmittag aber leider mit einem bitteren Beigeschmack für die Memmelsdorfer Volleyballer in der Bayernliga Nord. Zu Gast beim vorjährigen Vizemeister aus Neunkirchen gelang dem Team um Trainer Manuel Wolz nach zwei Satzgewinnen zum Auftakt nur der Gewinn eines einzelnen Tabellenpunktes. Der TSV Neunkirchen zieht nach diesem umkämpften 5-Satz Krimi auch in der Tabelle am SC Memmelsdorf vorbei und setzt sich an die Tabellenspitze.

Woran hat es gelegen?

Wie eingangs berichtet boten die Akteure den zahlreichen Zuschauern ein weit über zwei Stunden andauerndes Volleyballspektakel. Krachende Angriffsschläge von beiden Seiten, platzierte und wirkungsvolle Aufschläge und blitzschnelle Reaktionen in Abwehraktionen zeichneten dieses Spiel auf beiden Seiten aus. Was hat aber letztlich den Unterschied gemacht, sicher die maßgebende Frage aller Memmelsdorfer Spieler direkt nach dem Ende dieses Spiels. Von Beginn an mit wirkungsvollen Aufschlägen wurde Neunkirchen wiederholt zu einem schwierigen Angriffsaufbau gezwungen. Die resultierte oftmals in direkten Angriffsfehler und Punktgewinne der Gäste. Wiederum wurden die Abwehrbälle im Gegenangriff, meist über Diagonalspieler Felix Kastl zur direkten Punktgewinnen verwandelt. 25:19 und 25:22 das logische Resultat dieser effizienten und gnadenlosen Spielweise.

Wer aber dann direkt an einen deutlichen 3:0 Sieg im weiteren Spielverlauf für Memmelsdorf dachte, hat seine Rechnung nicht ohne den Gastgeber gemacht. Die Qualität dieses eingespielten Teams, welche man so auch in den vergangenen Spielen der Vorsaison und des Testspiels gewohnt war, kam immer mehr zum Tragen.  Durch ihren unbändigen Kampfgeist belohnte sich der Hausherr im weiteren Spielverlauf immer und immer wieder für Abwehraktionen. Demzufolge stabilisierte sich dann auch die Annahme zusehends, sodass die Neunkirchner Angreifer mehr und mehr aus kontrollierten Zuspielen gegen die Memmelsdorfer Block- und Abwehrformation punkten konnten.

Showdown zum Ende des Spiels

Ein offener Schlagabtausch zeichnete sich nun im dritten und vierten Spielabschnitt ab. Nach jeweils 27 Spielminuten endeten diese beiden Spielabschnitte mit 25:23 und 25:21 für den Gastgeber. Das allesentscheidende Tie-Break sollte nun die Entscheidung herbeiführen. Felix Kastl zurück auf der Diagonalposition mit Tobias Werner im Zuspiel. Steen Hickethier, Nico Kracht im Wechsel mit Stefan Kolb auf der Annahmeposition. Stefan Maier und Adrian Lamberti im Mittelblock, unterstützt von Libero Marek Starost. Diese acht Spieler an der Zahl sollten die Entscheidung zugunsten des SC Memmelsdorf herbeiführen. Der Beginn auf Augenhöhe, Side-Out um Side-Out gelang dem jeweils annehmenden Team.  Das erste Break nach Aufschlag von Felix Kastl zum 7:6 wurde vom Seitenwechsel bei 8:7 gefolgt und führte erst bei 10:10 zum Re-Break der Neunkirchner. Über die Spielstände von 11:11, 12:12 und 13:13 bot das Spiel für die zahlreichen Zuschauer einen Showdown, welcher so nicht zu überbieten war. 13:14, das Break der Neunkirchner wurde direkt von Manuel Wolz mit einer Auszeit beantwortet. Steen Hickethier folgerichtig mit einem donnernden Angriff an die Außenhände des Blockspielers zum 14:14 Ausgleich.

Neunkirchen befand sich wieder vermeintlich im Vorteil bei der eigenen Annahme. Michael Ivanov am Aufschlag eingewechselt, welcher bekannt für seine druckvollen Sprungaufschläge ist, scheiterte um wenige Millimeter an der Netzkante. 15:14, das Resultat aus Sicht der Hausherren. Der SCM nun mit dem Rücken zur Wand, aber mit dem Vorteil der eigenen Annahme. Doch dann die allesentscheidende Abwehr der Hausherren, welche von Diagonalspieler Michael Renner zum spielentscheidenden Punktgewinn verwandelt wurde. Ein Bezeichnendes Bild im Anschluss dieses Ballwechsels. Auf der einen Netzseite herrschte überschwängliche Freude und Feierstimmung, während den Spielern des SCM ihre Fassungslosigkeit und Enttäuschung nicht zu übersehen war.

Das Team von Manuel Wolz hat nun vier spielfreie Wochenenden, ehe sie sich bei den Nachbarn des VC Eltmann von diesem Schock erholen können. Diese Zeit soll und muss genutzt werden, weiter an unserem Spielstil zu arbeiten. Die Resultate der ersten drei Partien zeigen sicher, zu welchem Spielstil wir in der Lage sind, jetzt gilt es das auch über die komplette Spieldauer aufrecht zu halten, so der Trainer sichtlich enttäuscht nach Ende der Partie.

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